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19.06.2005
Gelungener Thurgauer Auftakt des Eidgenössischen

Der Thurgau darf stolz sein auf das in allen Teilen erfolgreich verlaufene Eröffnungsschiessen des Eidgenössischen. Das Tüpfchen auf dem i ist jedoch, dass bei den Gewehrschützen Sport und Ordonnanz, mit Walter Akeret, Nussbaumen, ein Thurgauer als Sieger des Eröffnungsschiessen hervorging.

Wer am Morgen um 05.00 Uhr auf der Allmend in Frauenfeld eintraf, der kam sich, obwohl das Eröffnungsschiessen erst um 07.30 Uhr startete, keineswegs einsam und verlassen vor. Die Einweisposten waren bereits besetzt und aus allen Richtungen waren das Servierpersonal, die Helferinnen und Helfer sowie Mitglieder des OKs im Anmarsch. Wer nun glaubt, die Eintreffenden seien so früh am Morgen noch halb schlafend und etwas mürrisch eingetroffen, der täuscht sich gewaltig. Für mich war die aufgestellte Art, das freundliche, frische «Guete Morge» bereits das Zeichen, dass das Eröffnungsschiessen zum erfolgreichen Auftakt des Eidgenössischen werden würde.
Das Seine zu diesem frischen, freundlichen „Guete Morge» beigetragen hat zum grossen Teil sicher das Bilderbuchwetter «die Sonne über Frauenfeld.» Wie munter das «Guete Morge» ausgefallen wäre, wenn der Himmel seine Schleusen geöffnet hätte, das überlassen wir wohl besser der Fantasie eines jeden Einzelnen.

Erfolgreicher Thurgauer
War es Zufall oder eine Fügung, dass die Presse hinter dem Nussbaumer Walter Akeret stand, als dieser das Eröffnungsschiessen schoss? Als das Resultat von 286 Punkten feststand (Ein 8er, siebzehn 10er und der Rest Neuner), keimte die Hoffnung auf, dass mit ihm ein Thurgauer das Eröffnungsschiessen gewinnen könnte. Nicht minder freute er sich. Dies in verschiedener Hinsicht. Zum Einen für den Gastgeberkanton Thurgau und zum Anderen für seinen Verein. Dies im besonderen für diese Gruppe, der er mit seinem schlechten Resultat am Kantonalen GM-Final den Einzug in die Hauptrunden vermiest hatte. Erfreulich ist, dass Akeret mit seinen 286 Punkten nicht nur in der Kategorie Gewehr Ordonnanzwaffen, sondern auch über die Sportwaffen, deren höchstes Resultat bei 284 Punkten, geschossen von Reinhold Betschart, Brunnen lag, gewann.
Fürs erste blieb alles in der Ostschweiz, denn mit dem Pistolenschützen Urs Solèr, Stadtschützen Chur, blieb auch dieser Sieg in der Ostschweiz.

Jungschütze Marco Borner
Während Akeret am Nachmittag schoss, lag der 19-jährige Marco Borner, von der SG Hägendorf SO bereits um 07.30 Uhr in der Feuerlinie. Mit 281 Punkten – davon vierzehn 10er, schoss er ein Resultat, welches für manchen Aktivschützen als Messlatte galt. Dies zu Recht, kam Marco schliesslich bei den Ordonnanzwaffen auf Rang sechs zu liegen und war natürlich auch bester Jungschütze. Für ihn bedeutete dies sicher ein gutes Training, ist er doch einer der Solothurner Jungschützen, welche sich für den Eidgenössischen Jungschützenwettkampf qualifiziert haben.

Nicht getäuscht
Der Eindruck täuschte nicht – das Eröffnungsschiessen darf in allen Teilen als gut gelungener, sensationeller Auftakt bezeichnet werden. Dies war während vollen zehn Stunden auf dem Fest- und Wettkampfgelände zu spüren. Es gab keinen Schützen, der mit der Organisation nicht zufrieden war, der stänkerte oder gar lauthals reklamierte. Dies ist für die Organisatoren und die vielen Helferinnen und Helfer mehr als ein Dankeschön, denn hätte etwas nicht geklappt, die Schützen hätten es ohne Umschweife kundgetan.

Und trotzdem zählt es
Obwohl das Eröffnungsschiessen ein separater Anlass – so etwas wie ein Spezialwettkampf – ist, bei dem jeder Teilnehmer eine Medaille bekommt, wurde er von den weit über 5000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern genauso ernst genommen wie jeder im Schiessbüchlein enthaltener Stich. Wo man hinschaute, sei dies zwischen den Schiesszelten, beim kühlen Getränk, oder im Schiessstand direkt, überall wurden die Resultate diskutiert. Hätte ich einen Bick mehr nach rechts korrieigert und zwei nach oben wäre ..... Ja hätte und wäre, das sind die Kriterien, die jeweils diskutiert werden, wenn das Resultat auf dem Standblatt steht und nichts mehr rückgängig gemacht werden kann. Die Diskussionen sind jedoch nicht unnütz oder überflüssig – sie dienen den Gedankengängen, es bei einem späteren Wettkampf besser zu machen – eben weil man an das denkt, was beim Eröffnungsschiessen nicht ganz optimal gelaufen war und getan hätte werden müssen.

Ein Wettkampf gegen die Zeit
Das Eröffnungsschiessen ist einerseits ein Erlebnis, andererseits einer der speziellsten Wettkämpfe, der für den einen oder anderen Schütze nicht nur Wettkampf um Punkte ist, sondern ein Wettkampf gegen die Zeit. Zwei Probeschüsse in 90 Sekunden – das ist für jeden ein Pappenstil. Anders sieht es danach aus. 30 Schüsse in vier Minuten, da kommen diejenigen, welche bei anderen Wettkämpfen beinah eine Ewigkeit zielen und mehrere Male zum Schuss ansetzen, gehörig auf die Welt. Dazu kommt, dass das geschossene Resultat erst am Schluss gezeigt wird, also kann zwischen den Schüssen nicht mehr korrigiert werden wenn ein Schuss zu hoch, zu tief, oder wie auch immer abgegeben wird. Da hält dann mancher Spitzenschütze eines Vereins die Luft an, wenn nach Beendigung des Wettkampfes auf dem Monitor plötzlich 5er oder noch tiefere Zahlen erscheinen, obwohl auf die Scheibe A10 geschossen wurde. Wäre jeder Schuss – oder wenigstens ein Teil der 30 Schüsse einzeln angezeigt worden, hätten so schlechte Schüsse hundertprozentig vermieden werden können. Doch jeder Teilnehmer des Eröffnungsschiessens weiss, dass es ein spezieller Wettkampf ist und jeder der sich dafür anmeldet zeigt damit auch, dass er nicht nur das Erlebnis sucht, sondern das Spezielle, und eine spezielle Herausforderung.


Ranglisten Eröffnungsschiessen

300m Ordonnanz - 300m Sportwaffen - 25m Pistole


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